LinkedIn Thought Leader Ads Ratgeber

Thought Leader Ads sind LinkedIn Posts von persönlichen Profilen, die als bezahlte Anzeigen verwendet werden. Da sie kaum nach Werbung aussehen, interagieren User mehr mit ihnen als mit herkömmlichen Ads. Wie man Thought Leader Ads am besten einsetzt, das erfährst du in diesem Ratgeber.

Was sind Thought Leader Ads?

Thought Leader Ads sind Beiträge von privaten Profilen die als Anzeigen in LinkedIn Ads Kampagnen verwendet werden. Sie funktionieren ähnlich wie Boosted Posts auf Meta/Facebook.

 

Die Grundlage für Thought Leader Ads können sowohl private Posts von Mitarbeitern als auch von externen Influencern sein. Beide müssen das Sponsern ihrer Beiträge durch ein Unternehmen erst freigeben.

 

Thought Leader Ads sehen fast genauso wie der ursprüngliche organische Post aus. Nur der Vermerk „Gesponsert von Unternehmen XY“ weist darauf hin, dass es sich um eine Anzeige handelt. Bestehende Likes und Kommentare des organischen Posts werden für die Anzeige beibehalten.

Vorteile von Thought Leader Ads

1. Höhere Glaubwürdigkeit

Thought Leader Ads nutzen die Reputation des ursprünglichen Beitragserstellers. Der Ruf und Expertenstatus dieser Person verleiht deiner Anzeige mehr Glaubwürdigkeit.

2. Human Touch für deine Marke

Es steht nicht mehr nur ein anonymes Unternehmen hinter der Anzeige, sondern eine echte Person. Menschen möchten mit Menschen interagieren – auch im B2B-Bereich.

3. Social Proof

Likes und Kommentare des ursprünglichen Beitrags werden für die Anzeige übernommen. Diese bestehenden Engagements verbessern die Klickrate.

4. Sieht nicht nach Werbung aus

Ads, die nicht nach Ads aussehen, performen am besten. Aktuell sehen Thought Leader Ads wie organische Beiträge aus. Nur der Hinweis „Gesponsert von..“ deutet auf eine bezahlte Anzeige hin.

Nachteile von Thought Leader Ads

1. Jeder Interaktion mit Thought Leader Ads kostet Geld

TL Ads lassen sich derzeit nur mit den Kampagnenzielen „Brand Awareness“ oder „Engagement“ einsetzen. Damit zahlst du entweder für jede Impression oder für jeden jede Interaktion (Like, Kommentar, mehr anzeigen, etc.).

2. Keine Calls-to-Action

Bei Thought Leader Ads wird kein Call-to-Action und keine klickbare Headline angezeigt. Links sind nur im Anzeigentext möglich, werden dort aber oft übersehen.

3. TL Ads liefern kaum Traffic

Wegen den fehlenden CTAs liefern Thought Leader Ads nur wenig direkten Website-Traffic. Sie eigenen sich eher zum Aufbau von Brand Awareness und Vertrauen in Retargeting-Kampagnen. Über einen Workaround kannst du TL Ads jedoch dazu verwenden, Retargeting-Zielgruppen aufzubauen (s.u.).

4. Ursprüngliche Posts dürfen max. 6 Monate alt sein

Organische Posts, die älter als 6 Monate sind, können nicht als Basis für Thought Leader Ads verwendet werden.

5. Strenge Formatvorgaben

Zu viele Emojis, Großbuchstaben und Hashtags führen dazu, dass LinkedIn eine Thought Leader Ad nicht freigibt. Mehr Infos zu den Anzeigenrichtlinien von LinkedIn gibt es hier: www.linkedin.com/help/lms/answer/a427596

Dafür solltest du TL Ads einsetzen

Thought Leader Ads Kampagnen liefern alleine kaum Traffic. Sie funktionieren daher nur im Verbund mit anderen LinkedIn Ads Kampagnen. Sie eigenen sich besonders für:

Aufbau von Retargeting-Zielgruppen

Thought Leader Ads liefern sehr hohe Engagement-Raten (=Klicks, Interaktionen) von bis zu 10%. Damit kannst du in kalten Zielgruppen schnell User mit Interesse an deinen Produkten identifizieren und Retargeting-Zielgruppen aufbauen. 

Brand Trust im Retargeting stärken

Die hohe Interaktionsrate von Thought Leader Ads hilft dabei, im Retargeting Vertrauen und Expertise für deine Marke aufzubauen. Das Image des ursprünglichen Beitragserstellers zahlt dabei direkt auf deine Marke ein.

Bewerbung von
Events

Mit Thought Leader Ads kannst du mehr Reichweite die organischen Beiträge der Event-Speaker und des -Hosts einkaufen. Da sich Events vorrangig über die Bekanntheit der Speaker verkaufen, funktioniert diese Taktik besonders gut.

Voraussetzungen für Thought Leader Ads

1. Nur Posts von Privaten Profilen

Nur Posts von privaten Userprofilen können für TLAs verwendet werden. Dafür funktionieren sowohl Posts von MitarbeiterInnen als auch Posts von externen Influencern.

2. Eingeschränkte Beitragsformate

Nur Posts mit einem einzelnen Bild oder Video können für Thought Leader Ads verwendet werden. Was aktuell nicht geht: Posts mit mehreren Bildern, oder pdf-Slideshows (Stand Ende 2024).

3. Zustimmung vom Beitragsersteller

Der ursprüngliche Beitragsersteller muss der Verwendung des organischen Posts für eine Anzeige zustimmen. Die Zustimmung kann 1x pauschal für alle eigenen Beiträge oder nur punktuell für einen einzelnen Beitrag erteilt werden.

4. Vorsicht mit Emojis, GROSSBUCHSTABEN und Links

Der organische Post sollte fast keine Emojis, Wörter in GROSSBUCHSTABEN, Hashtags oder Links enthalten. Nur dann entspricht er den Anzeigenrichtlinien von LinkedIn (www.linkedin.com/help/lms/answer/a427596)

Schritt-für-Schritt zur Thought Leader Ads Kampagne

Diese 7 Schritte führen dich durch die Anlage einer Thought Leader Ads Kampagne.

1. Neue Kampagne mit Ziel “Engagement“ erstellen

Erstelle eine eine neue Kampagne mit dem Ziel „Engagement“. Alternativ ist auch „Brand Awareness“ möglich, aber „Engagement“ führt zu niedrigeren Kosten pro Klick und CPM.

2. Anzeigenerstellung: Vorhandene Inhalte durchsuchen

Wähle beim Erstellen der Anzeigen den Abschnitt „Vorhandene Inhalte durchsuchen“. Damit erhältst zu Zugriff auf die bestehenden Company Page Posts sowie die Beiträge von Mitarbeitern und externen Influencern.

3. Zum “LinkedIn Mitglieder”-Tab wechseln

Wähle im Bereich der vorhanden Inhalte die Sektion „LinkedIn Mitglieder“. Dort kannst im Suchfeld nach dem Namen von Mitarbeitern oder externen Influencern suchen.

4. Relevante Posts der Person auswählen

Nach Auswahl der Person wird dir eine Liste an Posts der letzten 6 Monate von diesem Beitragersteller angezeigt. Wähle darin alle für deine Kampagne relevanten Posts aus.

5. Freigabe der Beiträge beantragen

Fordere im nächsten Schritt die Genehmigung vom Beitragsersteller zur Verwendung der Beiträge für deine Kampagne an. Der User erhält dann eine Nachricht darüber. Sende ihr/ihm am besten zusätzlich manuell den Link zur Freigabe zu.

 

Tipp: Der User kann dir auch eine pauschale Freigabe aller ihrer/seiner Posts für zukünftige Anzeigen erteilen. Das vereinfacht den Prozess enorm.

6. Kampagne starten

Sobald der Beitragserstellung die Genehmigung erteilt hat, bekommst du eine Nachricht in LinkedIn und auch via E-mail. Dann kannst du deine Kampagne launchen.

Best Practice für Thought Leader Ads: Vermeide diese drei Fehler

Verwende am besten Posts mit vielen Likes (Social Proof), oder Posts, die sich inhaltlich gut als Anzeigen eignen. Idealerweise trifft beides zu.

Kläre mit dem Beitragsersteller ab, dass der Post nicht zu viele Emojis, Großbuchstaben, Hashtags und Links enthält. Siehe dazu die Anzeigenrichtlinien von LinkedIn www.linkedin.com/help/lms/answer/a427596.

Der organische Post soll einen Link auf die passende Landingpage enthalten. Da die Thought Leader Ad ansonsten keinen Link enthält, hilft das, um etwas Traffic zu generieren.

Offizielles Anzeigenrichtlinien von LinkedIn Ads

Hier findest du die aktuellen Vorgaben von LinkedIn zu Creatives und Texten in Anzeigen. 

So bewertest du die Performance deiner TL Ads

Sieh dir diese Kennzahlen an, um die Performance unterschiedlicher Thought Leader Ads zu beurteilen.

Engagement Rate

Das ist die wichtigste Kennzahl für Thought Leader Ads. Sie sagt aus, wie viel % der User, die die Ad gesehen haben, mit ihr  auch interagiert haben. Als Interaktion zählt jeder Klick – sogar das „mehr Anzeigen“, um den gesamten Text zu lesen. Die Engagement Rate zeigt damit das Interesse deiner Zielgruppe an der Ad. Sie sagt aber noch nichts über zusätzlichen Traffic aus

Neue Follower

Zeigt dir, wie viele User dem Beitragsersteller neu folgen, nachdem sie die Thought Leader Ad gesehen haben.

Profilaufrufe des Creators

Die Anzahl der User, die das Profil des Beitragserstellers nach Ansicht der Thought Leader Ad aufgerufen haben.

Reichweite

Wie viele einzelne User du mit der Anzeige erreicht hast.

Autor

Gründer und Eigentümer, Head of Paid Ads

Thomas ist Gründer und Eigentümer von Webwings. Er optimiert Google Ads und LinkedIn Ads Kampagnen für B2B-Produkte seit 2010. Mehr über Thomas.

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