Inbound Marketing – vom Websitebesucher zum Bestandskunden
Inhalte
1. Was ist Inbound Marketing?
Beim Inbound Marketing dreht sich alles darum, potenzielle Neukunden durch hilfreichen und relevanten Content auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen. Entlang der gesamten Buyer’s Journey soll ihnen möglichst viel Mehrwert geboten werden. Dafür werden unterschiedlichste Online-Kanäle verwendet – vom Blog über Social Media bis hin zu Podcasts und E-Mail-Marketing.
Inbound Marketing geht aber noch darüber hinaus. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der alle Bereiche des Unternehmens einschließt und besonders zwischen Marketing und Sales eine enge Verbindung herstellt. Wenn alle Mitarbeiter im Unternehmen den Inbound-Ansatz verstehen, wird es für potenzielle Kunden zum positiven Erlebnis, mit den unterschiedlichen Kanälen oder auch per Mail oder im Chat auf der Website zu interagieren. Denn sie wissen, dass ihnen immer exzellenter Service und weiterführende Ressourcen zu wichtigen Themen geboten werden.
Beim ebenfalls weit verbreiteten Outbound Marketing buhlen Unternehmen aktiv um die Aufmerksamkeit der Zielgruppe und geben beispielsweise für Werbeanzeigen viel Geld aus. Die erste Interaktion erfolgt nicht durch den potenziellen Neukunden, sondern durch das Unternehmen. Für den Inbound-Ansatz werden dagegen für Kunden relevante Inhalte bereitgestellt, um Kunden auf die eigene Website oder die eigenen Social Kanäle zu locken. Dabei macht der Kunde den ersten Schritt: Sie/er nutzt aktiv die Kanäle des Unternehmens, um die bereitgestellten Contents (Know-how, Ratgeber, Tipps) abzurufen.
Durch Inbound Marketing positionieren sich Unternehmen außerdem als vertrauenswürdige Wissensquellen und wachsen, indem sie langlebige Beziehungen zu ihren Leads aufbauen.
Wer Inbound Marketing etablieren will, muss dafür folgende Säulen aufbauen:
- Eine Unternehmenskultur, die dem Inbound-Ansatz folgt
- Definierte Buyer Personas, an der sich alle Maßnahmen orientieren
- Eine Customer Journey, die den Weg des Kunden bis zum Kauf klar aufschlüsselt
- Einen Toolstack (Software), der die Inbound Marketing Prozesse unterstützt
Mehr Infos über Unternehmenskultur und den benötigten Toolstack erhältst du in diesem Video von Hubspot.
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Mehr Informationen2. Buyer Personas
Im Zentrum jeder Inbound Marketing-Strategie stehen die Buyer Personas. Dabei handelt es sich um fiktive Idealkunden, die auf Basis von Marktforschung und Erfahrungswerten entwickelt werden. Anhand dieser Personas kannst du Verhaltensweisen, Motivationsgründe und Ziele deiner echten Kunden besser verstehen.
Um Buyer Personas zu erstellen, solltest du gründlich recherchieren und analysieren. Finde heraus, auf welche Inhalte deine Zielgruppe besonders reagiert und auf welchen Kanälen sie zu finden ist. So kannst du Content produzieren, der deinen Kunden wirklich weiterhilft:
- Du verwendest die richtigen Kanäle und verschwendest keine Zeit in Netzwerken, in denen du deine Zielgruppe nicht erreichst.
- Der Content, den du produzierst, ist relevant die Buyer Personas
- Dein Sales-Team kann Präsentationen so aufbauen, dass sie wirklich den Bedürfnissen der Kunden entsprechen.
- Die Produkte können so angepasst werden, dass sie den Käufern noch mehr Nutzen bringen.
3. Die Buyer’s Journey
Um erfolgreiches Inbound Marketing zu betreiben, solltest du aber nicht nur deine Buyer Personas kennen. Du solltest auch wissen, welche Inhalte sie in den einzelnen Phasen des Kaufprozesses benötigen. Dafür kommt das Modell der “Buyer’s Journey” zum Einsatz.
Hierbei werden die einzelnen Phasen der Kaufentscheidung aufgeteilt. Das hilft, das eigene Content-Angebot auf die Abschnitte dieser Kundenreise oder „Customer Journey“ gezielt abzustimmen.
Im Inbound Marketing wird zwischen folgenden Phasen der Buyer’s Journey unterschieden:
Awareness Stage
Consideration Stage
Decision Stage
– im Marketing, um besseren Content für jede Phase zu entwickeln.
– im Sales, um besser zu verstehen, wie man den Kunden Informationen und Produkte verkauft.
– im Service-Bereich, um besser auf die Probleme der Kunden einzugehen.
4. Die 4 Phasen des Inbound Marketing
– Attract (Anziehen)
– Convert (Konvertieren)
– Close (Abschließen)
– Delight (Begeistern)
Phase 1: Attract
In dieser Phase werden potenzielle Kunden angelockt – und zwar nicht irgendwelche, sondern die perfekten Kunden, die deiner Buyer Persona entsprechen.
Dafür bietest du Mehrwert über hochwertigen Content, der kostenlos verfügbar ist und Probleme deiner Zielgruppe löst. Ein wichtiger Kanal dafür sind dein SEO-optimierter Blog und die Social-Media-Kanäle, auf denen du deine Inhalte teilst.
Darüber hinaus bieten sich Influencer Marketing und Gastbeiträge an, um deinen Content schnell zu pushen.
Phase 2: Convert
In der zweiten Phase konzentrierst du dich darauf, die Websitebesucher zu Leads zu machen. Dafür bietest du hilfreiche Inhalte (Webinare, eBooks) im Gegenzug für Ihre Kontaktdaten an.
Ziel ist es, dass die Besucher mindestens ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Dafür solltest du ihnen eine entsprechende Gegenleistung bieten – zum Beispiel in Form eines Lead-Magneten.
Für Nutzer, die sich bereits für deine Dienstleistungen interessieren, solltest du auch Formulare auf deiner Website einbauen, in denen sie sich für ein Beratungsgespräch eintragen können.
Ein weiteres wertvolles Tool in der Convert-Phase sind Landingpages. Diese verfolgen ausschließlich ein Ziel: Conversions zu erzielen. Deshalb sollte eine Landingpage ein konkretes Problem oder Thema behandeln und die Lösung im Gegenzug für die Kontaktdaten anbieten.
Sobald man die Kontaktdaten eines Interessenten hat, spricht man von einem “Lead”.
Da können wir den letzten Artikel verlinken.
Phase 3: Close
Ziel der dritten Phase ist es, Leads zum Kauf zu bewegen. Das wichtigste Tool dafür ist E-Mail-Marketing. Newsletter zählen noch immer zu den wertvollsten Marketing-Kanälen mit einem ziemlich guten ROI.
Außerdem bietet dir E-Mail-Marketing tolle Möglichkeiten zur Automatisierung. Mit den richtigen Tools kannst du die ausgesendeten Nachrichten direkt an das Verhalten des Empfängers anpassen und ihn so genau mit jenen Informationen und Angeboten versorgen, die ihn in der aktuellen Phase des Kaufprozesses wirklich interessieren.
Eventuell lohnt es sich für dich auch, ein CRM-Tool einzusetzen, um die Kundenbeziehungen und Touchpoints zu dokumentieren und genau über den Status jedes einzelnen Leads Bescheid zu wissen.
Phase 4: Delight
Laut dem Inbound-Ansatz endet die Kundenbeziehung nicht mit der ersten Conversion. Du solltest ihm auch weiterhin kostenlosen Mehrwert und hervorragenden Service liefern. Mit den richtigen Maßnahmen machst du deinen Kunden zum Markenbotschafter, der deine Inhalte in sozialen Netzwerken teilt und deine Leistungen weiterempfiehlt.
Zudem solltest du Umfragen nutzen, um qualitatives Feedback zu deinen Produkten zu erhalten. So sparst du viel Geld, das du sonst in Marktforschung stecken müsstest. Das bringt keinen Zusatzaufwand mit sich – schließlich lässt sich eine solche Aussendung über dein E-Mail-Tool automatisieren.
5. Vorteile von Inbound Marketing
Die Abstimmung zwischen Marketing und Sales wird besser
Messbarkeit
Effizienteres Marketing
Mehr Sichtbarkeit und starke Positionierung
Die Probleme der Persona werden angesprochen
6. Ist Inbound und Pull-Marketing dasselbe?
Im Marketing wird oft zwischen Push-Marketing und Pull-Marketing unterschieden.
Push Marketing ist eine Marketingstrategie, bei der Unternehmen ihre Werbebotschaften aktiv an eine breite Zielgruppe senden, ohne dass eine explizite Anfrage oder Interaktion seitens des Empfängers vorliegt. Das Ziel ist es, das Interesse potenzieller Kunden zu wecken und sie zum Kauf oder zur Interaktion zu bewegen. Beispiele für Push-Marketingkanäle sind TV-Werbung, E-Mail-Marketing und Bannerwerbung.
Beim Pull-Marketing wird dagegen darauf abgezielt, durch relevante und ansprechende Inhalte von den Kunden gefunden zu werden, und sie über eine Buyer Journey zum Kauf zu bewegen. Im Gegensatz zum Push-Marketing geht es beim Pull-Marketing darum, dass Kunden von sich aus auf das Unternehmen zukommen und interagieren. Beispiele für Pull-Marketingkanäle sind Suchmaschinenoptimierung (SEO), Content-Marketing und Social-Media-Marketing. Das entspricht exakt dem Ansatz von Inbound Marketing.
Darum: Ja, Inbound und Pull-Marketing sind dasselbe.
7. Inbound Marketing vs. Outbound Marketing
Beim Outbound Marketing handelt es sich um störendes Marketing – oder auch Interruption Marketing -, das darauf abzielt, Aufmerksamkeit zu “erzwingen”.
Die wichtigsten Kanäle dafür sind:
– Post
– Printwerbung
– Werbeanrufe
– Radiospots
– Plakatwerbung
– Kaltakquise
– Massenaussendungen per Mail
– Bannerwerbung
– Social Media Ads
– Pop-Ups
– Blog
– SEO
– Social Media
– E-Mail-Marketing
– Landingpages
– Influencer Marketing
– Virales Marketing
– Empfehlungen
– Printbeiträge
– Gastbeiträge
– Öffentliche Auftritte
– Sponsoring
8. Der Inbound Marketing Funnel
Aus den oben bereits genannten 4 Phasen des Inbound Marketings ergibt sich folgender Sales Funnel:
– Im Top Funnel erreichst du vor allem jene Menschen, die auf der Suche nach Informationen sind. Mit einer Aufforderung zum Kauf würdest du bei ihnen noch nicht viel erreichen.
– Im Middle Funnel sind die Nutzer auf der Suche nach Lösungen für die Probleme, die sie im Top Funnel identifiziert haben. Sie vergleichen Anbieter und konsumieren branchenspezifischen Content. Du kannst sie jetzt in Leads verwandeln.
– Im Bottom Funnel weiß der Lead über alle notwendigen Informationen Bescheid und ist bereit für seine Kaufentscheidung.
Jeder deiner Kunden durchläuft diesen Funnel. Ungeeignete Leads werden auf dem Weg durch den Funnel automatisch herausgefiltert, sodass dich am Ende des Tages die kaufbereiten Kunden kontaktieren.
9. Wichtige Kennzahlen im Inbound Marketing
Erfolgskritische KPIs im Inbound Marketing sind:
- Website Traffic: Anzahl der Besucher auf deiner Website.
- Unique Website Visitors: Die Anzahl an einzigartigen Besuchern auf deiner Website.
- Visit to Leads: Der prozentuale Anteil an Besuchern, die durch Angabe ihrer Kontaktdaten zu Leads konvertieren.
- Conversion Rates einzelner Landingpages: Prozentsatz der Websitebesucher, die über deine Unternehmenswebsite mit dir Kontakt aufnehmen
- Cost per Lead: Wie viel kostet es dich, einen Lead zu gewinnen?
10. Typische Fehler im Inbound Marketing
Das Unternehmen ist noch nicht bereit
Das Unternehmen spricht zu viel über die eigenen Dienstleistungen
Zu wenig Content
Wenig Qualität
Der Fokus auf die Buyer Persona fehlt
Inbound Marketing wird nicht ganzheitlich betrieben
Verzicht auf bezahlte Werbeanzeigen
Es wird zu kurzfristig gedacht
Das Team ist zu klein
11. Für welche Unternehmen funktioniert Inbound Marketing?
Im B2C-Bereich ist Inbound Marketing vor allem interessant, wenn ein höherpreisiges Produkt verkauft wird oder mit dem Kauf eine größere Veränderung im Leben des Kunden eintritt (zum Beispiel im Immobilienbereich). Spontankäufe sind dann eher ausgeschlossen, ein langer, schwieriger Kaufprozess ist die Regel.
Beim B2B-Bereich haben Unternehmen oft die Wahl zwischen mehreren Anbietern, die sich in einzelnen Facetten, im Preis und bei der Qualität unterscheiden. Käufer wollen das Produkt oder die Dienstleistung genau verstehen, um langfristig die beste Wahl zu treffen. Durch Inbound Marketing werden sie in jeder Phase dieses Prozesses begleitet und unterstützt. Richtig gemacht, baut das viel Vertrauen beim Kunden auf.
12. Was kostet Inbound Marketing?
Externe Beratung
Contenterstellung
Laufende Ausgaben für Tools und Trainings
Budget für Paid Ads
13. Die Rollen in einem Inbound Marketing Team
Content Manager
Texter
Designer
Videograf
Social Media Manager
Marketing Operations Manager
Web Developer
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Autor
Gründer und Eigentümer, Head of Paid Ads
Thomas ist Gründer und Eigentümer von Webwings. Er optimiert Google Ads und LinkedIn Ads Kampagnen für B2B-Produkte seit 2010. Mehr über Thomas.
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