Lead Nurturing – Interessenten zu Kunden entwickeln

Lead Nurturing ist ein Prozess zur Betreuung von Leads mit dem Ziel, diese Schritt für Schritt zu Kunden zu entwickeln. Auch für die Kundenbindung und die Rückgewinnung früherer Kunden kann Lead Nurturing eingesetzt werden. Lead Nurturing funktioniert über die Bereitstellung relevanter Informationen und individueller Marketingbotschaften, um das Interesse der Leads zu steigern und ihre Beziehung zum Unternehmen zu stärken.

Was ist Lead Nurturing?

Beim Lead Nurturing handelt es sich um einen Prozess zur Pflege und Weiterentwicklung von Leads. Die Kontakte werden dabei gezielt mit den richtigen Informationen für ihre aktuelle Phase in der Customer Journey versorgt, sodass ihr Interesse an deinen Leistungen nach und nach steigt und der potenzielle Kunde mehr Vertrauen zu deinem Unternehmen entwickelt.

 

Dadurch erhöht sich auch die Qualität der Leads – diese wird über das Lead Scoring gemessen und sagt aus, wie kaufbereit ein Lead aktuell ist. Mittels optimiertem Lead Nurturing entwickelst du deine Kunden durch die Phasen der Customer Journey von Interessent, Lead, Prospect bis hin zum Vertragsabschluss.

 

Dein Ziel sollte es sein, potenziellen Kunden an zahlreichen Touchpoints so viel Mehrwert zu bieten, dass sie eine fundierte Kaufentscheidung treffen können. 7 bis 14 Touchpoints werden im B2B-Bereich benötigt, bis ein Lead bereit für die Kontaktaufnahme ist. Für den Aufbau von Vertrauen und Expertenstatus sind vor allem die ersten 3 bis 4 Touchpoints entscheidend. Danach helfen dir personalisierte E-Mails und bezahlte Retargeting-Kampagnen dabei, die Leads schrittweise zum Kauf zu bewegen.

 

Lead Nurturing wird zu verschiedenen Zwecken angewandt:

Wendest du Lead Nurturing nachhaltig an, so steigerst du damit die Qualität und Quantität deiner Leads, verkürzt die Verkaufsprozesse, erzielst höhere Conversion Rates und verbesserst den ROI. Einer Studie von Forrester Research zufolge, erhalten Unternehmen dank Lead Nurturing bis zu 50 % mehr Leads bei 33 % geringeren Kosten für die Akquise.

Lead-Stufen entlang des Marketing-Funnels

Um effektiv mit deinen Leads kommunizieren zu können und ihnen die richtigen Informationen bereitzustellen, musst du ihren aktuellen Status in der Customer Journey kennen. Sind sie erst am Anfang ihrer Recherche und suchen eine Lösung für ihr Problem? Oder wissen sie bereits, welches Produkt sie benötigen und vergleichen passende Anbieter?

 

Welche Contents sie konsumieren, und über welche Kanäle sie mit deinem Unternehmen interagieren, gibt dir Signale, in welcher Phase sie sich gerade befinden. Manche Aktionen deuten auf ein gewisses Kaufinteresse hin – z. B.: wiederholter Besuch deiner Website, Newsletter-Registrierung, Download eines E-Books. Je mehr solcher Aktionen ein Lead durchführt und je hochwertiger diese Handlungen sind (z. B.: der Download eines E-Books zählt beim Lead Scoring deutlich mehr als eine Interaktion auf Social Media), desto höher wird seine Kaufbereitschaft oder seine “Lead-Qualität” eingestuft.

 

Die Qualität ist entscheidend für das Lead Nurturing – denn sie gilt als Basis für die Entscheidung, zu welcher der folgenden Stufen ein Lead zugeteilt wird:

Recherchephase

Der Interessent ist auf der Suche nach Informationen zu deiner Branche oder zu einem ganz bestimmten Problem, das dein Unternehmen lösen könnte. Durch einen hilfreichen Blogartikel stößt er erstmals auf dein Unternehmen und findet dort passende Lösungen. Für dich ist es wichtig zu wissen, welche sehr allgemeinen Informationen Leads suchen, bevor sie eine Verbindung zu deinem Unternehmen aufbauen.
Marketing Qualified Lead (MQL)
Sobald dir ein Lead seine Kontaktdaten übermittelt (mindestens Name und E-Mail-Adresse), gilt er als Marketing Qualified Lead. In vielen Unternehmen erfolgt dieser Schritt durch den Download eines Lead-Magneten, für den ein Interessent seine Kontaktdaten hinterlässt. Jetzt kann der Lead mit spezifischeren Informationen versorgt werden – z. B. über E-Mail-Marketing oder Retargeting-Werbekampagnen. Eine Kontaktaufnahme durch dein Sales Team ist noch nicht ratsam.
Sales Accepted Lead (SAL)
Der Kunde sucht jetzt nach sehr konkreten Lösungen für sein Problem. In dieser Phase kannst du erstmals den persönlichen Kontakt zum Lead suchen.
Sales Qualified Lead (SQL)
Nun hat der Kunde konkrete Produkte oder Dienstleistungen in der engeren Auswahl und vergleicht passende Anbieter dafür. In dieser Phase sind vertrauensbildende Maßnahmen wie etwa Referenzen, Fallstudien, Bewertungen und Rezensionen besonders wirksam. Weiters helfen dem Lead auch klare Produktinformationen, technische Datenblätter und Preisvergleiche bei seiner Entscheidung.
Closed Won
Du hast den Lead jetzt als Kunde gewonnen. Der Verkaufsprozess hört hier natürlich nicht auf – früher oder später möchtest du ihn vielleicht zum erneuten Kauf oder zum Kauf von Zubehör-Artikeln bewegen.
Viele Unternehmen setzen auf noch deutlich detailliertere Kategorisierungen ihrer Leads. Sie definieren bis zu 30 unterschiedliche Arten von Leads, mit denen sie individuell kommunizieren. Aber auch schon bei dieser “groben” Einteilung in 5 unterschiedliche Lead-Stufen brauchst du unbedingt ein passendes CRM-System, um den Verwaltungsaufwand zu stemmen und Lead Nurturing erfolgreich umzusetzen.
marketing funnel lead nurturing

Maßnahmen für Lead Nurturing

Weil sich Ziele und Zielgruppen von Unternehmen zu Unternehmen stark unterscheiden, sind auch die Maßnahmen im Lead Nurturing sehr individuell. Grundsätzlich geht es für dich darum, die richtigen Contents für die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu präsentieren.

 

Die Kommunikation findet aber nicht einseitig statt. Durch die von dir getätigten Maßnahmen bekommst du wichtige Informationen von deinen Leads, kannst ihr Profil weiter schärfen, ihre Verhaltensweisen besser kennenlernen und sowohl auf individueller als auch auf Zielgruppen-Ebene deinen Content nachhaltig optimieren. Durch die erhaltenen Informationen kannst du die Leads zudem zur richtigen Lead-Stufe zuweisen und sie weiter qualifizieren. Je mehr du über deine Leads weißt, desto besser gelingt dir die gezielte, personalisierte Ansprache.

 

Mögliche Maßnahmen im Lead Nurturing sind:

Kaufbereitschaft eines Leads mit Lead Scoring bewerten

Beim Lead Scoring handelt es sich um ein System zur Bewertung von Leads, das eingesetzt wird, um die Arbeit im Sales Team effizienter zu gestalten. Dabei werden jene Leads priorisiert, die eine besonders hohe Kaufbereitschaft aufweisen.

 

Grob zusammengefasst, ist das Lead Scoring ein Bewertungssystem, in dem Punkte für unterschiedliche Aktionen vergeben werden. Wenn ein Lead deine Website wiederholt besucht, einen Lead-Magneten herunterlädt oder aktiv Kontakt zu deinem Unternehmen aufnimmt, erhält er dafür eine von dir definierte Punktzahl. Insgesamt werden bis zu 100 Punkte vergeben.

 

Mindestens 50 % davon entfallen auf sogenannte Nominierungskriterien – also Kriterien, die ein Lead unbedingt erfüllen muss, um sich überhaupt als SQL qualifizieren zu können. Es handelt sich dabei um Informationen, die dein Lead von sich aus angibt (explizite Daten) und die sich vor allem auf seinen Arbeitgeber, seine Branche und seine Position im Unternehmen beziehen.

 

Die restlichen Punkte werden als Qualitätskriterien bezeichnet. Dabei handelt es sich um Informationen, die durch das Verhalten eines Nutzers gewonnen werden (implizite Daten) – also immer dann, wenn er deine Website besucht, mit dir auf Social Media interagiert oder deine E-Mails öffnet.

 

Erreicht ein Lead einen bestimmten Schwellenwert, so wird er zunächst zum MQL und in weiterer Folge zum SQL. Mit optimiertem Lead Nurturing kannst du deinen Lead auf seinem Weg bis zur SQL-Qualifizierung aktiv begleiten und ihn dabei unterstützen, den richtigen Content zur richtigen Zeit zu finden.

lead nurturing massnahmen

Vor- und Nachteile von Lead Nurturing

Lead Nurturing bietet deinem Unternehmen eine Menge Vorteile, ist aber auch mit viel Aufwand verbunden. Hier findest du eine Auflistung der wichtigsten Vor- und Nachteile.

Vorteile

Nachteile

Lead Nurturing ist Marketing für Fortgeschrittene – dementsprechend wirst du viele Ressourcen und eine Menge Wissen benötigen, wenn du die Maßnahmen umsetzen möchtest. Zudem solltest du deine Zielgruppe und deine potenziellen Kunden sehr gut kennen. Verfügst du allerdings über die notwendigen zeitlichen Ressourcen und das Budget, überwiegen die Vorteile von Lead Nurturing langfristig ganz eindeutig.

Automatisierung des Lead Nurturing über E-Mail-Marketing

E-Mail-Marketing zählt zu den wertvollsten Werkzeugen für das Lead Nurturing. Ein gutes E-Mail-Tool kann dir dabei helfen, den gesamten Prozess zu automatisieren.

 

Dafür musst du die Leads zunächst auf Basis deiner unterschiedlichen Buyer Personas segmentieren. Das gelingt dir, indem du Lead-Magneten bereitstellst, die jeweils spezifisch auf eine einzige Persona zugeschnitten sind. Wenn du beispielsweise Software-Lösungen für HR und für Steuerberater anbietest, erstellst du je ein E-Book nur für HR-Mitarbeiter und eines für Steuerberater. Durch den Download des Lead-Magneten – in Verbindung mit der Angabe von Kontaktdaten – werden die Leads direkt einem der beiden Segmente zugeteilt.

 

Diesen Segmenten weist du nun passende automatisierte E-Mail-Marketing-Kampagnen – auch Nurture E-Mail-Flows genannt – zu, die deinen potenziellen Kunden auf seinem gesamten Weg bis zum Kaufabschluss mit passenden Informationen versorgen. Der Zeitraum, in dem diese E-Mails versendet werden, sollte also der Dauer deines Sales Cycles entsprechen. Als optimale Versandfrequenz haben sich 1–2 E-Mails pro Monat bewährt. Damit ist deine Marke stets Top-of-Mind beim Kunden, ohne dass deine E-Mails zu aufdringlich werden.

Autor

Gründer und Eigentümer, Head of Paid Ads

Thomas ist Gründer und Eigentümer von Webwings. Er optimiert Google Ads und LinkedIn Ads Kampagnen für B2B-Produkte seit 2010. Mehr über Thomas.

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