Programmatic Advertising

Programmatic Advertising ist eine automatisierte Methode zum Schalten von Online-Werbung, bei der Algorithmen und künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um Zielgruppen gezielt anzusprechen und eine große Anzahl von Werbeplätzen in Echtzeit zu verwalten.
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Was ist Programmatic Advertising?

Beim Programmatic Advertising wird eine große Anzahl an Werbeflächen im Web über Echtzeit-Auktionen angeboten und gebucht. Die Werbenden legen vorab fest, welche Werbeanzeigen welchen Nutzern wann und wo angezeigt werden sollen. Mithilfe von Algorithmen und künstlicher Intelligenz werden Werbeplätze gefunden, die genau diese Kriterien erfüllen. So wird es möglich, Zielgruppen sehr effizient anzusprechen. Häufig wird der Begriff “Programmatic Advertising” synonym mit “Real Time Bidding” verwendet, was aber nicht ganz korrekt ist. Mehr dazu weiter unten.

Wie funktioniert Programmatic Advertising?

AdExchanges sind als Verwaltungsplattformen von zentraler Bedeutung für das Programmatic Advertising. Dabei handelt es sich um Online-Marktplätze, die Werbetreibende und Anbieter von digitalen Werbeplätzen zusammenbringen und Echtzeit-Auktionen ermöglichen.

 

Einige der wichtigsten AdExchanges sind:

OpenX

AppNexus

Google Marketing Platform

AOL’s Marketplace

Microsoft Ad Exchange

 

Grundsätzlich sind für eine solche Auktion eine Demand-Side Platform (DSP) und eine Supply-Side Platform (SSP) erforderlich – wobei manche Plattformen beide Seiten vereinen.

Die Demand-Side Platform (DSP) – für Werbetreibende

Für Werbetreibende sind vor allem Demand-Side Platforms wichtig. Dort werden alle Nachfragen nach Werbeplätzen gebündelt und verwaltet. Besucht ein Nutzer eine Website, so sendet diese ein Signal an den AdExchange. Dieser stellt eine Anfrage an die Demand Side Platform, um passende Anzeigen für die Werbefläche zu finden. Stimmen die Kriterien einer Anzeige mit den Eigenschaften einer Werbefläche überein, so nimmt der Werbetreibende automatisch an der jeweiligen Auktion teil.

 

In der Praxis läuft eine Echtzeit-Auktion mit Programmatic Advertising beispielsweise so ab:

Eine Website registriert einen neuen Besucher und sendet ein Signal inklusive der wichtigsten Daten zum Nutzer an einen AdExchange. Dort werden die Kriterien abgeglichen und der Werbeplatz wird mittels Echtzeit-Auktion vergeben. Das alles geschieht noch während der Ladezeit der Website innerhalb von nur 50 bis 100 Millisekunden.

 

Angezeigt wird immer die Anzeige des Höchstbietenden – wobei die finalen Werbekosten nach dem Prinzip der Zweitpreisauktion festgelegt wird, was bedeutet, dass der Gewinner einen Preis bezahlt, der 1 Cent über dem Gebot des Zweiten liegt.

Die Supply-Side Platform (SSP) – für Anbieter von Werbeflächen

Supply-Side Platforms (SSP) sind jene Plattformen, auf denen Anbieter von Werbeflächen ihre Anzeigeplätze zur Auktion anbieten. Sie legen dort den Mindestpreis ebenso wie etwaige Kriterien für die Auswahl der Käufer fest. SSPs können Werbeflächen gleich über mehrere AdExchanges anbieten, um höhere Preise für ihre Nutzer zu erzielen.

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Unterschied zwischen Programmatic Advertising und Real-Time Bidding (RTB)

Real-Time Bidding ist kein korrektes Synonym für Programmatic Advertising, weil RTB ausschließlich die technische Seite der Echtzeit-Auktionen und damit das Preisfindungsverfahren beschreibt. Programmatic Advertising umfasst aber auch die automatisierte Aussteuerung von Anzeigen und das Zusammenspiel aus Demand-Side Platform und Supply-Side Platform. Real-Time Bidding ist somit ein zentraler Teil von Programmatic Advertising, deckt aber nur einen Teil davon ab.

Vorteile von Programmatic Advertising

Besonders im B2B-Bereich gestaltet sich der Kaufentscheidungsprozess von Kunden oft sehr komplex. Bis zum Abschluss durchläuft ein Kunde zahlreiche verschiedene Touchpoints wie deine Website oder deine Social Media-Kanäle, verlässt sie wieder und kehrt in unregelmäßigen Abständen zurück, wenn du ihn dazu bewegst. 

 

Dank Programmatic Advertising gelingt es dir, in diesem Prozess immer top of mind zu bleiben. Während bei herkömmlichen Methoden Werbung bloß auf Websites aus der entsprechenden Nische ausgespielt wurde, hast du durch die spezifischen Targeting-Optionen die Möglichkeit, Nutzer unter Berücksichtigung ihrer demografischen Eigenschaften und ihrer Aktivitäten auf den tatsächlich von ihnen besuchten Seiten mit personalisierter Werbung zu erreichen.

 

Auf diese Weise steigerst du nicht nur die Verkaufschancen, du erhöhst auch die Effizienz im Online Marketing, während die Kosten pro Verkauf sinken.

Targeting-Möglichkeiten mit Programmatic Advertising

Programmatic Advertising-Plattformen bieten dir viele unterschiedliche Möglichkeiten, um deine Zielgruppe effizient zu erreichen. Hier findest du einige der wichtigsten Targeting-Methoden:

Für welche Unternehmen ergibt Programmatic Advertising Sinn?

Grundsätzlich ist Programmatic Advertising für jedes Unternehmen sinnvoll, das mit ausreichend Budget (ab 5.000 € pro Monat)  Online-Werbung schalten und die Anzeigenplätze dafür selbst steuern will. Programmatic Advertising bietet umfassende Möglichkeiten für die gezielte Ausspielung von Werbekampagnen und verringert damit den Streuverlust bei der Ansprache von potenziellen Kunden.

 

Dank der schnellen Entwicklung von KI ist zudem davon auszugehen, dass Programmatic Advertising in den kommenden Jahren immer wertvoller wird.

 

Für erfolgreiches Programmatic Advertising ist jedoch eine Menge Know-how erforderlich. Sollte dieses im Unternehmen nicht vorhanden sein, lohnt es sich, externe Experten dafür einzusetzen.

Die größten Programmatic Ads Plattformen in 2024

Wie bereits erwähnt, ist bei Programmatic Ads Plattformen zwischen DSP- und SSP-Plattformen zu unterscheiden, wenngleich manche Anbieter beide Felder abdecken. Hier findest du einige der wichtigsten Plattformen für Programmatic Advertising.

DSP-Plattformen

SSP-Plattformen

AdExchanges

Was ist der Unterschied zwischen Google Display Network und Programmatic Advertising?

Beim Programmatic Advertising können Werbetreibende ihre Ads auf unzähligen Websites im Internet schalten – und das über zahlreiche unterschiedliche AdExchanges. Programmatic Advertising bietet eine breite Streuung und einzigartige Skalierungsmöglichkeiten bei eher hohen Werbekosten. Zusätzlich lassen sich mehrere Anzeigenformate (Bild, Text und Video) gemeinsam für alle Werbeflächen verwalten.

 

Das Google Display Network (GDN) ermöglicht dagegen das Schalten von Ads ausschließlich innerhalb des Google-Netzwerks. Das bedeutet, die Anzahl an Werbeflächen ist deutlich geringer, dafür sind auch die Kosten niedriger: Du erreichst damit nur 10% der Werbefläche, die du mit Programmatic Advertising nutzen könntest. Das GDN besteht nur aus einem einzigen AdExchange und bietet Werbeflächen, die exklusiv über das Netzwerk gebucht werden können, zum Beispiel jene auf YouTube. Durch den geringeren Umfang an Werbeflächen und möglichen Einstellungen ist das Google Display Netzwerk auch einsteigerfreundlicher in der Verwaltung.

 

Neben Google verfügen noch weitere Unternehmen über ein eigenes Werbenetzwerk, der Suchmaschinenanbieter ist aber aufgrund seiner Größe der Vorreiter am Markt.

Autor

Gründer und Eigentümer, Head of Paid Ads

Thomas ist Gründer und Eigentümer von Webwings. Er optimiert Google Ads und LinkedIn Ads Kampagnen für B2B-Produkte seit 2010. Mehr über Thomas.

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